Über Fachkräftemangel wird viel gesprochen. Gleichzeitig gibt es Menschen, die arbeiten möchten und ihre Fähigkeiten einbringen können – aber häufig gar nicht erst die Gelegenheit bekommen, zu zeigen, was in ihnen steckt.

Für uns bei EMES ist das Thema Inklusion deshalb keine theoretische Diskussion. Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem Wichernhaus erleben wir ganz praktisch, wie gut inklusive Zusammenarbeit funktionieren kann.

Eine Zusammenarbeit, die sich seit Jahren bewährt

Unsere gemeinsame Geschichte begann lange vor unserem Pilotprojekt im vergangenen Jahr. Bereits seit vielen Jahren übernehmen Beschäftigte des Wichernhauses verschiedene Vorarbeiten für unsere Fertigung.

Bauteile werden sortiert, Komponenten vorbereitet und präzise Montagearbeiten ausgeführt. Die Ergebnisse fließen anschließend in Baugruppen ein, die unseren Qualitätsanforderungen entsprechen müssen.

Und genau darauf kommt es an: auf die Qualität der geleisteten Arbeit.

Die Zusammenarbeit funktioniert seit Jahren zuverlässig. Deshalb war unser Pilotprojekt auch kein „soziales Experiment“, sondern vielmehr der nächste konsequente Schritt einer Partnerschaft, die sich längst bewährt hatte.

Fähigkeiten statt Vorurteile

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Zusammenarbeit betrifft weniger die Menschen mit Behinderung als vielmehr die Erwartungen, mit denen wir ihnen begegnen.

Zu schnell wird manchmal davon ausgegangen, welche Tätigkeiten jemand aufgrund einer Behinderung vermeintlich nicht ausüben kann. Dabei wäre die entscheidende Frage eine andere: Welche Fähigkeiten bringt ein Mensch mit und welche Aufgabe passt dazu?

Natürlich kann nicht jeder Mensch jede Tätigkeit übernehmen. Das gilt allerdings unabhängig davon, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht. In jedem guten Team geht es darum, unterschiedliche Fähigkeiten zu erkennen und sinnvoll einzusetzen.

Genau hier beginnt für uns gelebte Inklusion.

Chancen schaffen, statt Grenzen vorauszusetzen

Unsere Erfahrungen mit dem Wichernhaus zeigen uns, dass Qualität, Zuverlässigkeit und Engagement keine Frage einer Behinderung sind.

Vielleicht sollten wir deshalb beim Thema Fachkräfte nicht nur darüber sprechen, wo Unternehmen neue Mitarbeitende finden können. Wir sollten auch darüber nachdenken, wem wir bisher zu selten eine Chance geben.

Inklusion bedeutet für uns nicht, Anforderungen oder Qualitätsmaßstäbe zu verändern. Es bedeutet, Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Denn manchmal liegt die größte Barriere nicht in einer Aufgabe – sondern in der Vorstellung davon, wer sie bewältigen kann.

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